Warum internationale Fachkräftegewinnung selten eine kurzfristige Lösung für Personalbedarf ist

Internationale Fachkräftegewinnung wird häufig mit der Erwartung verbunden, kurzfristige Personalengpässe zu überbrücken. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass sie nur in den seltensten Fällen eine schnelle Lösung darstellt. Das liegt nicht an mangelnder Bereitschaft oder Qualifikation der Fachkräfte, sondern an der Struktur des Prozesses selbst.

Ausgangspunkt ist in der Regel eine unternehmerische Entscheidung, Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen. Darauf folgt die Klärung des tatsächlichen Bedarfs: Welche Tätigkeiten sollen ausgeübt werden, welche Qualifikationen sind zwingend erforderlich und unter welchen organisatorischen Bedingungen ist ein Einsatz realistisch. Erst auf dieser Basis kann die internationale Fachkräftegewinnung sinnvoll beginnen.

Anschließend folgen mehrere miteinander verknüpfte Phasen. Dazu zählen Auswahl- und Entscheidungsprozesse sowie vorbereitende Schritte im Herkunftsland und formale Verfahren wie Anerkennung und Visa. Diese Schritte verlaufen nicht unabhängig voneinander und lassen sich nur begrenzt parallelisieren. Abhängigkeiten und externe Rahmenbedingungen bestimmen den Ablauf.

Ein zentraler Faktor ist zudem die Sprache. In den meisten Fällen liegen die für die Beschäftigung erforderlichen Sprachkenntnisse zu Beginn nicht vor. Die Sprachausbildung beginnt daher in der Regel erst nach der Entscheidung von Arbeitgeber und Fachkraft füreinander. Der Erwerb des vorgeschriebenen Sprachniveaus ist ein eigenständiger Abschnitt, der mehrere Monate in Anspruch nehmen kann und nicht beliebig verkürzt werden kann.

Internationale Fachkräftegewinnung eignet sich daher vor allem für Unternehmen mit mittelfristiger Perspektive. Sie ist kein Instrument zur schnellen Überbrückung akuter Engpässe, sondern ein strukturierter Ansatz zur nachhaltigen Sicherung von Fachkräftebedarf. Wer sie als kurzfristige Maßnahme versteht, setzt Erwartungen, die der Prozess in der Regel nicht erfüllen kann.

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