In der internationalen Fachkräftegewinnung wird Sprache häufig als formale Voraussetzung verstanden. Ein bestimmtes Sprachlevel gilt als notwendige Bedingung für Visum, Anerkennung oder Einreise. Diese Betrachtung greift jedoch zu kurz.
In der Praxis erfüllt Sprache zwei zentrale Funktionen. Einerseits ist sie regulatorische Eintrittsvoraussetzung. Andererseits bildet sie die Grundlage für Integration, Arbeitsfähigkeit und langfristige Stabilität im Unternehmen. Beide Ebenen sind eng miteinander verbunden, werden aber häufig getrennt betrachtet.
Ausgangspunkt ist dabei in der Regel eindeutig: Die internationalen Fachkräfte erfüllen die fachlichen Anforderungen. Ausbildung und berufliche Praxis sind vorhanden, Arbeitgeber und Fachkraft haben sich füreinander entschieden. Erst nach dieser Entscheidung rückt Sprache in den Mittelpunkt des weiteren Verlaufs.
Die erforderliche Sprachausbildung beginnt häufig im Herkunftsland und erstreckt sich über mehrere Monate. Diese Phase ist erfahrungsgemäß die sensibelste im gesamten Prozess der internationalen Fachkräftegewinnung. Nicht, weil es an Lernfähigkeit fehlt, sondern weil hier mehrere Belastungen zusammenwirken: zeitlicher Druck, hohe Erwartungen, persönliche Lebensumstände und eine lange Vorbereitungsphase ohne unmittelbare Integration im Zielland.
Aus unserer Arbeit zeigt sich, dass das größte Abbruchrisiko internationaler Fachkräfteprogramme nicht in der Auswahl oder fachlichen Qualifikation liegt, sondern in dieser vorbereitenden Sprachphase. Abbrüche entstehen selten durch einzelne Ereignisse, sondern durch eine schrittweise Überforderung, die zu spät erkannt wird.
Entscheidend ist daher, diese Phase nicht als vorgeschalteten Ausbildungsschritt zu betrachten, sondern als eigenständigen, kritischen Abschnitt des Gesamtprogramms. Sprachentwicklung, Verlässlichkeit und Stabilität wirken sich hier unmittelbar auf den weiteren Verlauf aus – sowohl im formalen Verfahren als auch in der späteren Integration im Unternehmen.
Sprache ist dabei nicht nur Prüfungsstoff. Sie ist das Medium, über das Erwartungen verstanden, Arbeitsprozesse bewältigt und soziale Integration möglich wird. Wer Sprache ausschließlich als Eintrittshürde behandelt, verschiebt Integrationsrisiken in die Zukunft.
Diese Zusammenhänge zeigen sich unabhängig vom Herkunftsland – etwa bei Programmen mit Fachkräften aus Usbekistan ebenso wie in anderen internationalen Kontexten. Internationale Fachkräftegewinnung wird dort planbar, wo Sprache als tragende Säule zwischen formaler Voraussetzung und tatsächlicher Integration verstanden wird.
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